Die meisten Geschenklisten im Netz sind Linksammlungen. Hier steht keine einzige Marke, sondern zehn Arten von Dingen, die sich im Alltag bewähren, dazu jeweils die Stelle, an der man beim Kauf danebengreifen kann. Ob die Trennung nach Mann und Frau überhaupt taugt, ist eine andere Frage. Nimm die Liste als Anregung, nicht als Vorschrift.
01 Ein Portemonnaie, das sich teilen lässt
In eigener Sache
Passt, wenn er zwischen Alltag und Abend ständig Karten umräumt.
Das Portemonnaie, das im Alltag richtig dimensioniert ist, sitzt abends zu dick in der Hose. Modelle mit abnehmbarem Cardholder lösen das: Der kleine Teil geht mit, der Rest bleibt zu Hause, und niemand sortiert vorher Karten hin und her.
Beim Kauf lohnt der Blick auf die Verbindung. Sie muss fest sitzen, ohne dass man zwei Hände und Geduld braucht, und der abgetrennte Teil sollte für sich aussehen wie ein fertiges Produkt und nicht wie ein abgerissener Rest. Dass wir selbst so eins bauen, weißt du. Deshalb steht hier auch nur, worauf man achten sollte.
02 Kopfhörer, die Ruhe machen
Passt, wenn er pendelt oder im Großraumbüro sitzt.
Geräuschunterdrückung ist eine der wenigen Anschaffungen, die man täglich merkt: im Zug, im Flugzeug, an jedem Schreibtisch mit Kollegen in Rufweite. Bügelkopfhörer dämpfen tiefe Frequenzen besser und sitzen über Stunden bequemer, In-Ear passt dafür in jede Jackentasche.
Der Haken: Wer schon welche hat, ist schwer zu übertreffen. Dann sind Ersatzohrpolster oder ein passendes Kabel fürs Flugzeug das ehrlichere Geschenk.
03 Ein Kochmesser, das wirklich schneidet
Passt, wenn er kocht, aber noch mit dem Sechserblock von früher arbeitet.
Ein einziges gutes Kochmesser mit etwa 20 Zentimeter Klinge ersetzt den halben Messerblock. Wichtiger als die Stahlsorte ist, dass es ihm in der Hand liegt, und dass ein Schleifstein oder ein Wetzstahl dabei ist. Ohne den ist der Vorteil nach einem Jahr wieder weg.
Alter Aberglaube am Rande: Messer verschenkt man mit einer Münze, die der Beschenkte zurückgibt. Kostet nichts und macht beim Auspacken eine kleine Geschichte.
04 Ausrüstung für besseren Kaffee
Passt, wenn er jeden Morgen Kaffee kocht und trotzdem Pulver aus der Tüte nimmt.
Den größten Unterschied macht nicht die Maschine, sondern die Mühle. Ein Handmahlwerk aus Stahl mahlt gleichmäßiger als jedes Schlagwerk und passt auch in eine kleine Küche. Dazu eine Waage, die auf ein Gramm genau wiegt, und der Kaffee schmeckt jeden Morgen gleich.
Wenn er ohnehin schon mahlt, geht der Blick eine Stufe weiter: ein Handfilter aus Keramik, ein Wasserkocher mit schmalem Ausguss oder schlicht frisch geröstete Bohnen von einer Rösterei in seiner Stadt.
05 Eine Tasche für den Arbeitsweg
Passt, wenn sein Rucksack noch aus der Studienzeit stammt.
Rucksäcke werden selten ersetzt, weil sie selten ganz kaputtgehen. Genau deshalb ist eine Tasche ein gutes Geschenk. Achte auf ein gepolstertes Laptopfach, das den Boden nicht berührt, auf Reißverschlüsse, die sich mit einer Hand ziehen lassen, und auf Riemen, die breit genug für schwere Tage sind.
Bei der Farbe lieber zurückhaltend bleiben. Dunkle, ruhige Töne sehen nach zwei Jahren noch gut aus, Neonstreifen nicht.
06 Ein Pullover aus Merinowolle
Passt, wenn er im Winter friert und trotzdem nichts Neues kauft.
Merino wärmt, ohne zu kratzen, und muss deutlich seltener gewaschen werden als Baumwolle. Auf die Faserstärke achten: alles um 19 Mikron und feiner trägt sich direkt auf der Haut angenehm.
Die Größe bekommst du am sichersten heraus, indem du sein Lieblingsstück flach hinlegst und Brustweite und Ärmellänge misst. Das ist verlässlicher als jede Konfektionsgröße, und der Umtauschzettel gehört trotzdem dazu.
07 Werkzeug, das er sich selbst nicht kauft
Passt, wenn er repariert, dabei aber improvisiert.
Wer schraubt, hat meistens das Nötigste und nichts darüber hinaus. Ein Akkuschrauber mit zwei Akkus, ein ordentlicher Bit-Satz, ein Drehmomentschlüssel fürs Fahrrad oder eine Lampe, die man an die Motorhaube hängen kann: Das sind die Dinge, die im Baumarkt liegen bleiben, weil es gerade auch ohne geht.
Vorher kurz in den Keller oder in die Werkstatt schauen, damit es kein zweites Exemplar wird.
08 Eine Uhr, die er jeden Tag tragen kann
Passt, wenn er noch keine hat oder nur eine für den Anzug.
Wichtiger als das Werk ist die Größe. Ein Gehäuse, das nicht über das Handgelenk hinausragt, sieht am schmalen Arm besser aus als jedes technische Detail. Automatik ist schön, Quarz ist genauer und wartungsfrei: eine Frage der Vorliebe, nicht der Qualität.
Wenn eine ganze Uhr zu viel ist, tut es ein zweites Armband zum Wechseln. Es kostet einen Bruchteil und verändert die Uhr, die er schon trägt, mehr als man denkt.
09 Ein Termin statt eines Gegenstands
Passt, wenn seine Wohnung voll ist und er alles hat.
Kochkurs, Fahrsicherheitstraining, Kletterhalle, Konzertkarten, eine Werkstatt für ein Wochenende: Was im Kalender steht, verstellt kein Regal. In den meisten Fällen ist ohnehin der bessere Teil des Geschenks, dass jemand mitkommt.
Das Datum vorher grob abstimmen oder einen Gutschein ohne festen Termin wählen. Ein Termin, der nicht passt, ist kein Geschenk, sondern eine Aufgabe.
10 Ein Buch zu genau dem Thema, über das er redet
Passt, wenn du weißt, worüber er sich in Ruhe auslassen kann.
Nicht der Bestseller vom Stapel am Eingang, sondern das Buch zu seiner Sache: Architektur, Motorräder, Vögel, Nachkriegsgeschichte, Brot. Ein guter Bildband zu einem engen Thema trifft öfter als ein breites Sachbuch, weil er zeigt, dass jemand zugehört hat.
Eine Widmung auf der ersten Seite kostet zwei Minuten und macht aus dem Buch ein Geschenk, das er nicht weiterverleiht.
Häufige Fragen
Was schenkt man einem Mann, der sich alles selbst kauft?
Entweder etwas, das er täglich benutzt, aber nie ersetzt, weil es ja noch geht: Rucksack, Gürtel, Portemonnaie, Pullover. Oder etwas ohne Gegenstand, also einen Termin. Beides umgeht das Problem, dass er sich seine Wünsche längst selbst erfüllt.
Wie viel sollte ein Geschenk kosten?
Treffsicherheit schlägt Betrag. Als grobe Linie: Im Freundeskreis liegt vieles zwischen 20 und 50 Euro, bei Partner, Eltern oder runden Geburtstagen darf es mehr sein. Wichtig ist vor allem, dass sich niemand zu einem Gegengeschenk verpflichtet fühlt.
Ist ein Portemonnaie ein gutes Geschenk?
Ja, solange man weiß, wie er es benutzt. Wer Bargeld dabeihat, braucht ein Münzfach, wer fast nur mit Karte zahlt, kommt mit weniger aus. Der häufigste Fehler ist ein Modell, das für den Alltag zu klein und für den Abend zu groß ist. Genau dafür gibt es teilbare Varianten.
Wenn nichts davon passt
Dann lieber nachfragen als danebenkaufen. Ein Geschenk, das ungenutzt in der Schublade liegt, hilft niemandem. Falls die Wahl doch auf ein Portemonnaie fällt: Unseres besteht aus zwei Teilen, die vier Druckknöpfe zusammenhalten, und kommt in einer Geschenkbox.